Mitmachaufruf! Women Business Angels Year 2020/21

Das „Women Business Angels Year 2020/21“, initiiert von Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), ist die bundesweite Awarenesskampagne zur Mobilisierung weiblicher Business Angels. BAND hat den ehrgeizigen Plan gefasst, in Deutschland den Anteil der Angels Investorinnen bis 2025 auf 25% zu steigern.

And we want you! Erfolgreich kann die Kampagne aber nur sein, wenn sich möglichst viele einbringen – mit ihrer Begeisterung, ihrem individuellen Wissen und ihrer Erfahrung. „Ein Jahr zum Mitmachen“, so ein zentrales Motto des „Women Business Angels Year 2020/21.

Ganz bewusst fordern wir mit diesem Mitmachaufruf auch männliche Business Angels, Stakeholder und Multiplikatoren des Angels Ökosystems auf, dabei zu sein. Denn es wäre falsch, wenn sich ausschließlich Frauen für das Ziel einsetzen würden, mehr weibliche Angels für Investments in Start-ups zu gewinnen.

Wir sind davon überzeugt, dass es für alle – weibliche und männliche Angels, Gründerinnen und Gründer von Start-ups – ein großer Gewinn ist, wenn wir dieses Ziel gemeinsam angehen. Deswegen fordert BAND Sie alle zum Mitmachen auf:

Werden Sie Partnerin oder Partner des „Women Business Angels Years 2020/21“

Dazu gibt es vielfältige Möglichkeiten:

  • Engagieren Sie sich als Partnerin oder Partner des „Women Business Angels Year 2020/21“: Nutzen Sie das Aktionslogo als Zeichen Ihres Engagements und entwickeln Sie gemeinsam mit uns Aktionen.
  • Stellen Sie Ihre Veranstaltungen unter das Motto des „Women Business Angels Years 2020/21“
  • Lassen Sie uns teilhaben an Ihren Investment Stories – wir veröffentlichen Ihre Best Practice Beispiele
  • Bringen Sie Ihre eigenen Ideen für das Programm der Kampagne ein
  • Verwenden Sie für Ihre Social Media Aktivitäten, wo immer sinnvoll, den Hashtag #wbay2021 
  • Und vor allem: Sprechen Sie darüber und werben Sie dafür, Deutschland zum „Champion Country of Women Angels“ zu machen

In einem Jahr, zum Internationalen Frauentag 2022, möchten wir dann mit Ihnen gemeinsam Bilanz ziehen. Wenn wir den Schwung vom Anfang dieses Jahres mitnehmen, wird die Bilanz ganz sicher eine positive sein.

Das nächste Event im Rahmen des „Women Business Angels Year 2020/21“ ist am 18. März die Veranstaltung „Female Funding ’21“ – das High Level Matching Event exklusiv für female Start-ups. Seien Sie dabei, wenn acht Gründerinnen ihre Ideen präsentieren. Außerdem: Auf dem „Female Funding ’21“ wird der „Woman Entrepreneurs Parcours21“ (WEP21) veröffentlicht, die neue BAND Online Plattform für mehr Sichtbarkeit von Woman Entrepreneurs und ihren innovativen Start-ups.

Gründerinnen zeigen Präsenz im „BAND Woman Entrepreneurs Parcours“

Kick-off beim „Female Funding ’21“ – High-level Matching am 18.03.2021

Female Start-ups sichtbar zu machen – das ist die Idee des „BAND Woman Entrepreneurs Parcours 21″ (WEP21), der neuen Online Plattform auf der Website des „Women Business Angels Year 2020/21” (WBAY).

Den Grundstock des Parcours legen die vielen Gründerinnen, die zu den 62 begeisternden Start-ups zählen, die sich um die begehrten Pitchplätze des „Female Funding 21“ am Donnerstag, 18.03.2021, beworben haben. Deswegen findet die Veröffentlichung des Parcours auf der WBAY Website im Rahmen dieser Veranstaltung statt.

WEP21 stellt Woman Entrepreneurs und ihre innovativen Ideen vor, und zwar genau dort, wo Woman Angel Investors unterwegs sind. Denn es geht um Veränderungen in beide Richtungen: Angel Investing braucht mehr Frauen, Gründerinnen brauchen Investorinnen.

Beim Kick-off ist das WEP21 auf diejenigen weiblichen Start-ups begrenzt, die sich für „Female Funding 21“ beworben haben. Nach dem Kick-off ist der „Woman Entrepreneurs Parcours“ für alle Start-ups offen, in denen Frauen als Gründerinnen relevant vertreten sind. Bewerbungen mit Logo, 400 Zeichen zum Geschäftsmodell, Ansprechpartnerin und Kontaktdaten bitte per Mail an band@business-angels.de.

„Female Funding ‘21“ am 18.03.2021: Run auf die Pitchplätze

Jetzt zum Event anmelden!

Sagenhafte 62 „Female Start-ups“ haben sich um die acht Pitchplätze beworben, die BAND im Rahmen des High-level Matching Events „Female Funding 21“ am Donnerstag, 18. März 2021, exklusiv für Woman Entrepreneurs ausgelobt hat.

Viel Arbeit also für das 30-köpfige Screeningkomitee, dem 15 aktive Angel Investorinnen und ebenso viele männliche Angels und Experten angehören, darunter „Europe’s Female Angel Investor of the year 2019“, Mariana Bozesan und die „Business Angels des Jahres“ Alfred Möckel (2017) und Andrea Kranzer (2019). Das komplette Screeningkomitee finden Sie hier.

Die Teams kommen aus ganz Deutschland, die meisten aus Berlin, dicht gefolgt von NRW. Die Bandbreite der weiblichen Geschäftsideen ist riesig, Digitales dominiert. Ganz vorne mit dabei sind Innovationen im Bereich Medizin und Gesundheit, darunter spannende FemTech Start-ups. Dazu kommen viel E-Commerce, grüne Gründungen, Tourismus und alternative Lifestyle Konzepte. Erfreulich ist, dass auch angeblich männliche Domänen, wie Maschinenbau und Lösungen für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, dabei sind. Kein Wunder ist, dass Gründerinnen auch EdTech, das seit Corona mehr und mehr im Kommen ist, für sich entdeckt haben, sind doch die meisten in Lehre und Erziehung tätigen Menschen Frauen.

Wenn Sie wissen wollen, welche Teams es auf die begehrten Pitchplätze „Female Funding 21“ geschafft haben und wie aktive Angel Investorinnen die Präsentationen kommentieren, können Sie sich jetzt anmelden. Die Agenda finden Sie hier.

Weiteres Highlight des Events: Keynote von Lurdes Gramaxo, Europe’s Female Angel Investor of the Year 2020 aus Portugal zur Frage: “Are women actually better investors? – How women invest?”

„Female Funding“, eine BANDveranstaltungsmarke, in 2021 durchgeführt in Kooperation mit der Business Angels Agentur Ruhr e.V. (BAAR), gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

„Female Funding ’21“ – High-level Matching exklusiv für women entrepreneurs

Mehr Angel Investorinnen, mehr weibliche Gründerinnen – so das erklärte Ziel des „Women Business Angels Years 2020/21. Beim digitalen Matching-Event „Female Funding ‘21“, das BAND in Kooperation mit der Business Angels Agentur Ruhr e.V. (BAAR) durchführt, lernen Sie spannende Geschäftsideen kennen, die von Gründerinnen vorangetrieben werden, und erleben die geballte Power von Women Angel Investing: Start-up Pitches, Keynotes, Panels und Impulse.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Awareness Workshop für MEHR Frauen mit Finanzpower und Know-how

Vision & Erfolg: BAND präsentiert im Rahmen des “Women Business Angels Year 2020/21” einen Awareness Workshop für MEHR Frauen mit Finanzpower und Know-how, , die in innovative Start-ups investieren

Montag, 08. März 2021, 16:00 bis 18:00 Uhr (online via ZOOM)

In ihrer Keynote “Angel Investorin post COVID 19” berichtet Dr. Mariana Bozesan, Europe’s Female Angel Investor of the year 2019 und intl. Club of Rome Mitglied, wie sich ihr Alltag durch die Pandemie verändert hat und was Angel Investorinnen und Investoren dazu beitragen können, die Wirtschaft nachhaltig wieder anzukurbeln.

Begeisterte und  begeisternde Angel Investorinnen stehen Rede und Antwort, mutige Gründerinnen stellen ihre spannenden Geschäftsideen vor, Partnerinnen und Partner, Promotoren und Akteure des „Women Business Angels Year“ diskutieren, was zu tun ist, um mehr Frauen zu motivieren, als Business Angels aktiv zu werden, BAND richtet einen Mitmachaufruf an alle, die sich für mehr Gender Diversität im Angels und Start-up Ökosystem einsetzen.

Agendaskizze und Anmeldung.

“It used to be more impulse-driven, today it’s more sweat” – Interview with “Europe’s Female Angel Investor of the year” Lurdes Gramaxo

Lurdes Gramaxo is „Europe’s Female Business Angel of the Year 2020“. In the BAND interview, the Portuguese investor talks about how she classifies the award, what she looks for in „her start-ups“ and how the Portuguese angel ecosystem has developed.

What were the reactions to your “Golden Aurora”? Were there any?
There was really a lot of recognition, to be honest something I didn’t expect. I was surprised so positively by the impact via social media for example. Really, I got a lot of congratulations. I had quite a lot of media requests, several interviews and also requests for webinars. And there was something really nice: I was invited by Regina Llopis (who won the 2nd place in the Golden Aurora competition) who asked me to take part in a summit they do in Spain.

Perhaps you could explain what the award means to you? How do you classify it?
It was a pleasure for me and an honour to receive this award. Even more because the decision was made by a jury of well known people and also because I was in the run with very skillful women from this environment. For me it’s a kind of motivation to go further on working on this field and get more women into the ecosystem. Success stories are always a great way to motivate others. If there is a stage that I’m on with the “Golden Aurora” and other female investors can see me there and feel motivated to do like me, this is a very important point.

Were you actually aware of the Golden Aurora award beforehand? Did you know the award?
No, to be honest I didn’t know about it. Sometimes we discuss it in our association what the other European Business Angels associations do, and I was aware that BAND gives some awards, but I didn’t know the “Golden Aurora” by name. I didn’t even know that I was in the list of a competition. So it was really, really surprising to me.

By the way: Do you have an award like for the „Portuguese business angel of the year“ in Portugal?
We do have start-up awards like for example the High Impact Start-up Award. But as far as I can see there are no awards for business angels.  

In Germany, business angels have been benefiting from INVEST – Zuschuss für Wagniskapital – a grant programme of the Federal Ministry of Economics since 2013. In the UK, there is the Enterprise Investment Scheme. Do you have grant programmes in Portugal that you can tell about?
Yes, we do have some public funds in Portugal but I have to say directly that these funds are from my point of view probably not as good as those in the UK or Germany what has to do with the fact that you can’t really compare the countries. The 200M for example is a matching fund that aims to foster Co-investment in high growth innovative startups in Portugal with qualified national and international private Co-investors and risk sharing on a call by call basis. We also have some direct support to start-ups, like start-up voucher, a program for young entrepreneurs in the idea stage and start-up visa, a residence visa for founders that aims to attract investment, talent and innovation into Portugal.

Can you give us a little insight into the Portuguese Angel ecosystem? The situation about numbers and data is probably as difficult as in Germany?
Yes, it’s absolutely difficult. We have a few figures in our Business Angels Association (APBA) but this concerns only the members not the whole ecosystem. The association Scale up Porto for example is trying to gather information but with a focus on the northern part of the country. Actually we don’t have reliable figures for the whole country. I guess it’s the same like in Germany: You have Business Angels that are doing it parttime and others fulltime – how do you count this? But I think what is recognizable as a tendency, however, is that the scene as a whole has become quite more professionalized and business angel is seen as a fulltime occupation, unlike in the past. Perhaps you can say: Earlier it was more impulse-driven like “I love the idea of the start-up” and today it’s more sweat, simply business.

You are involved in the Portuguese Business Angels Association. Can you tell us a little bit about your work there?
We have a 150 members and we are active for about ten years. Me myself I’m involved for five years now. What we do is to support the development of Business Angels and earlystage VCs. For this reason, we do lobbying with the authorities in Portugal and networking with other associations in Europe. We do have training events for our members on selected topics and organize The Angels@Work, that are events of the network and where start-ups can pitch.

Why don’t you take us on a little journey of discovery to „your start-ups“ Where are the differences, where are the similarities? Can you tell us something about your „investment behaviour”?
We are always looking for start-ups with a strong technological basis with scalable solutions and very complementary, diverse and resilient teams with strong motivation, both in Portugal and in Spain. That’s what they all have in common. We look for start-ups with a certain market fit with for example a successful pilot, some sales, that show some traction. To say it shortly we are looking for the team, the product, the market and the investment thesis. We have 35 start-ups at this moment with quite different performances. But that’s normal, that’s life. And we are proud to say: in general we have quite good multiples in context with our investments.

We are currently in a difficult situation – keyword Corona: What is the situation with your invested companies?
The worst part of this crisis was felt during the first wave like in March, April last year, when nobody knew anything about the pandemic. With BYND we were going quite good through the crisis. We just did everything that we did before – only online. In connection with our start-ups there were or there are very big differences. Start-ups in the sharing mobility for example really suffered a lot. They had to reorganize nearly everything. But we also have companies like one who organizes digital fares and they were growing heavily. What we could do was helping our start-ups to adjust to new situation and find ways of dealing with the pandemic. And on the other side they also helped us as well.

Thank you very much indeed, Lurdes!

„Women Business Angels Year“ geht in die Verlängerung

BAND verlängert seine Offensive zur Mobilisierung  von Angel Investorinnen in Deutschland. Aus „Women Business Angels Year 2020“ wird „Women Business Angels Year 2020/21“. Die Corona Pandemie hatte das Kampagnenjahr 2020 empfindlich ausgebremst. „Ein Jahr zum Mitmachen“, so das zentrale Motto, war nur schwer zu realisieren. Jetzt geht die Offensive in die Verlängerung.

„Unser Ziel ist und bleibt, vermehrt weibliche Business Angels ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken, um mehr Frauen zu motivieren, als Business Angel aktiv zu werden. Mittelbar werde das auch dazu führen, dass mehr Gründerinnen Mut gemacht wird, mit einer eigenen Geschäftsidee an den Start zu gehen und Kapital und Know-how für Wachstum und Erfolg einzuwerben, sagt Ute Günther vom BAND Vorstand. „Es geht um Veränderungen in beide Richtungen: Angel Investing braucht mehr Frauen, Gründerinnen brauchen Investorinnen.“

Die Vision: Bis 2025 steigt der Anteil weiblicher Business Angels in Deutschland auf 25%. Dabei sein und mitmachen!

BAND ruft Organisationen der Wirtschaft, Multiplikatoren aus dem Start-up Ökosystem, die Akteure entlang der Finanzierungskette, Multiplikatoren und engagierte Frauen auf, sich zu engagieren. Partner der BAND Offensive können mit dem Logo des „Women Business Angels Year 2020/21“ für mehr weibliche Geschäftsengel werben, sich in ihren Veranstaltungen und Publikationen für dieses Ziel einsetzen, aber auch und vor allem, eigene Initiativen umsetzen.

BAND selbst geht auch in 2021 mit vielfältigen Aktivitäten an den Start, um das Business Angels Ökosystem nachhaltig in Richtung zu mehr Gender Diversity zu verändern. Unter anderem sind geplant:

  • High-level Matching Events exklusiv für Gründerinnen und Angel Investorinnen,
  • Investor Readiness Workshops und Sessions für Female Angels
  • „Women Angels Investing“ auf dem „Deutschen Business Angels Tag 2021“ (06. bis 09. November 2021 in Köln
  • Portraits weiblicher Business Angels auf der Website www.womenangelsmission25.de/

Alle Aktionen einschließlich der Partnerinitiativen werden auf der aktualisierten Website des „Women Business Angels Year 2021www.womenangelsmission25.de/ und in den sozialen Netzwerken kommuniziert.

Foto: ©golubovy @Adobestock

Portugiesin Lurdes Gramaxo ist „Europas weiblicher Business Angel des Jahres 2020“

Die „Golden Aurora“, der Preis für den besten weiblichen Business Angel Europas, geht in diesem Jahr nach Portugal – genauer gesagt nach Porto, die Heimat von Lurdes Gramaxo. Die neunköpfige europäische Jury wählte Lurdes Gramaxo vor den beiden punktgleichen Zweitplatzierten Regina Llopis aus Spanien und Brigitte Baumann aus der Schweiz auf den ersten Platz.

Ausgelobt wurde der Preis in diesem Jahr zum vierten Mal durch Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), den Verband der Business Angels und ihres Ökosystems in Deutschland sowie Business Angels Europe (BAE), dem europäischen Verband der nationalen Business Angel Verbände. „Dass eine Portugiesin in diesem Jahr die Preisträgerin ist, zeigt, dass weibliche Angels quer über den Kontinent in eine als männlich geglaubte Domäne vordringen und erfolgreich investieren“, sagt Ute Günther, Vorstand von BAND. Um diesen Trend auch in Deutschland weiter zu stärken, hat BAND unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier das „Women Business Angels Year 2020“ ausgerufen.

Lurdes Gramaxo ist Partnerin bei Bynd Venture Capital, ehemals Busy Angels, mit mehr als 30 aktiven Investitionen im Portfolio. Sie investiert in Seed- und Frühphasenunternehmen in den Bereichen IT/Digital und Nachhaltigkeit (z.B. Biowissenschaften, saubere Technologien) aus Portugal und Spanien sowie in Start-ups, die mit diesen Märkten in Verbindung stehen. Als Mitglied des Verwaltungsrates der Associação Portuguesa Business Angels, dem portugiesischen Pendant zu BAND, engagiert sie sich auch für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Angel Investoren und Start-ups in Portugal und in Europa.

Lurdes Gramaxo hat Wirtschaftswissenschaften und Psychologie an der Universität von Porto studiert. Nach einer über 20-jährigen Karriere in verschiedenen Managementpositionen in einem multinationalen Familien-unternehmen mit Sitz in den Niederlanden ist sie seit 2015 Partnerin und Vorstandsmitglied von Bynd VC.

„Ich fühle mich sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Es ist nicht nur eine wunderbare Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit, sondern vor allem eine große Motivation, weiterhin zum Wachstum des Ökosystems in Portugal und Spanien beizutragen und gleichzeitig die Beteiligung von Frauen in unternehmerischen Rollen zu fördern, sowohl als Investoren als auch als Gründerinnen“, so die diesjährige Preisträgerin.

Ursprünglich sollte der Preis bereits am 08. November 2020 im Rahmen eines feierlichen Events in Köln verliehen werden, das Pandemie bedingt jedoch ins kommende Jahr verschoben werden musste. Nachholtermin für die Preisverleihung ist das Frühjahr 2021.

„Women Investing matters” – „Golden Aurora”– Gewinnerin Dr. Mariana Bozesan im BAND Interview

Vor einem Jahr wurde Dr. Mariana Bozesan, unter anderem Mitbegründerin und Geschäftsführerin der AQAL Capital GmbH und International Full Member im Club of Rome, auf dem BAND Business Angels Community Summit in Stuttgart als Europe’s Female Angel Investor of the year 2019 mit der von Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) und Business Angels Europe (BAE) verliehenen „Golden Aurora“ ausgezeichnet. Nach einem Jahr als „Europe’s Female Angel Investor of the year“ spricht Mariana Bozesan im BAND Interview über die Auszeichnung, Women Investing und globale Herausforderungen.

Frau Dr. Bozesan, die Verleihung der „Golden Aurora“ vor genau einem Jahr war nicht Ihre erste Auszeichnung. Wie ordnen Sie diese Ehrung ein?

Ich freue mich am meisten über die Außenwirkung für Frauen insgesamt. Für mich persönlich ist es natürlich schön, eine Bestätigung zu bekommen, aber die Auszeichnung habe ich ja für etwas erhalten, das ich schon immer gemacht habe und sich dementsprechend normal anfühlt. Unabhängig davon begrüße ich sehr, dass BAND Frauen im Investmentbereich unterstützt und Frauen auszeichnet in einer Welt, die früher ausschließlich den Männern vorbehalten war. Indem die Erfolge der Frauen auch aus Männersicht sichtbar gemacht werden, ändert sich das Bewusstsein und damit unsere Zukunft.

Die „Golden Aurora“ ist eine speziell an weibliche Business Angels vergebene Auszeichnung. Sehen Sie sich in dieser Hinsicht als Vorreiterin, Aushängeschild oder dergleichen?

Ich unterstütze schon seit Jahrzehnten Frauen Initiativen, unter anderem den Equality Moonshot mit der UN. Ich habe Frauen aber meistens eher als „Trojanisches Pferd“ gefördert, weil ich verhindern wollte, dass Männer sich aus unerfindlichen Gründen bedroht fühlen, was im Business sehr oft der Fall ist. Um ehrlich zu sein, nutze ich die Auszeichnung, denn sie ist wichtig vor allem für die anderen und für die äußere Wahrnehmung. Insofern gibt mir die „Golden Aurora“ die Kredibilität, um über die wichtigen Themen, die die Zukunft aller Menschen auf diesem Planeten betreffen, zu sprechen und dafür ist sie außerordentlich wichtig. Die Aufmerksamkeit dafür nutze ich gerne.

BAND hat in diesem Jahr das „Women Business Angel Year 2020“ ausgerufen, um mehr Frauen als Business Angels zu gewinnen. Wo sehen Sie die Gründe für den geringen Anteil weiblicher Business Angels und was sind aktuell die größten Hürden für Investorinnen?  

In diesem Zusammenhang geht es ganz klar um die Notwendigkeit des Bewusstseinwandels in unserer Gesellschaft. Frauen glauben einerseits selbst, bestimmte Dinge, wie z.B. Investieren, nicht gut zu können und andererseits wird ihnen dies auch von der Gesellschaft leider nach wie vor eingeredet. Indem wir diesen Blödsinn glauben, machen wir Frauen uns selbst klein und die Gesellschaft spiegelt das wider. Transformation fängt immer mit einem selbst an. Außerdem hat das viel mit der Kultur und der daraus resultierenden sozialen Infrastruktur zu tun. Wie kann es denn zum Beispiel sein, dass ich als Frau meinen Beruf nicht ausüben kann, weil ich kaum Betreuung für mein Kind finde? Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, wie schwierig es ist, mit Kind meinen Beruf auszuüben, denn es wird, aus meiner Sicht, viel zu oft den Frauen allein überlassen. Die Gesellschaft beteiligt sich zu wenig daran, was dazu führt, dass es zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt; auf jede Frau kommen drei Männer. Ich habe dieses Problem nur dadurch überwinden können, dass ich meine Eltern hinzuzog und mich selbstständig machte. Mein Motto ist, dass jeder Mensch ein Investor ist, denn wir investieren unsere Zeit, unsere Weisheit, Kaufkraft und unsere Talente in unsere Taten. Insofern sage ich voller Überzeugung „Women Investing matters“ und freue mich gleichzeitig sehr, dass es scheinbar eine neue Offenheit in der männlichen Domäne gibt, da erkannt wird, welchen Wert Frauen an den Tisch bringen.

Gibt es aus Ihrer Sicht eigentlich einen (sichtbaren) Unterschied, wie Männer und Frauen investieren?

Mir fällt es schwer, eine Trennung vorzunehmen, weil ich es persönlich gar nicht anders kenne als gemeinsam. Über die letzten 30 Jahre beim gemeinsamen Investieren mit meinem Mann habe ich gesehen, wie wichtig beide Seiten sind und dass Männer und Frauen gemeinsam schlicht erfolgreicher sind als jeder einzelne von uns getrennt. Männer schauen in eine andere Richtung als Frauen und das ist genau richtig so. Bei einem erfolgreichen Investment ist das richtige Timing zum Beispiel genauso wichtig wie das Team. Und ich glaube, dass Männer eher gutes Timing erwischen, Frauen sich aber für das Wohl eines Unternehmens in puncto Teamverständnis und Persönlichkeitsentwicklung einsetzen. Daher möchte ich betonen, dass es mir nicht darum geht zu sagen, dass Männer besser als Frauen sind oder umgekehrt – das ist absurd. Vielmehr geht es mir darum, auf die Energie hinzuweisen, die Männer wie Frauen besitzen und viel mehr zum gemeinsamen Wohl einbringen sollten.

Frau Dr. Bozesan, eine banal wirkende Frage, die seit dem März 2020 jedoch eine andere ist – Wie geht es Ihnen? Und wie sind Sie bis dahin als Unternehmerin durch die Corona Krise gekommen?

Vielen Dank der Nachfrage. Mir persönlich geht es sehr gut, denn ich habe mein Buch, das unsere Investmentgeheimnisse preisgibt, fertiggestellt. Und businessmäßig hat sich Gott sei Dank überhaupt nichts geändert, außer natürlich, dass ich die Personen, die ich ansonsten regelmäßig treffe, leider zurzeit nicht persönlich treffen kann. Unseren Portfoliounternehmen geht es ebenfalls gut, denn es gibt aktuell sehr viel Kapital, das untergebracht werden will. Ich glaube, wenn die Leute zurzeit das Gefühl haben, dass es nicht gut läuft, hat das vor allem viel mit Angst zu tun, mit Angst vor der Zukunft, Angst vor seiner eigenen Größe, und nicht so viel mit der Realität da draußen. In Zeiten der Krisen entstehen die besten Unternehmen.

Spannenderweise habe ich bereits seit Mitte der Neunziger Jahre genau derartige globale Themen adressiert. Ich finde es furchtbar, dass wir in der Corona Krise global gesehen nicht in der Lage sind, das besser zu lösen, andererseits bin ich dankbar, dass wir in Deutschland eine Regierung haben, die uns gut da durchgeführt hat und dass wir in Deutschland, aber auch in Europa, alles tun, um das in den Griff zu bekommen. Was mich persönlich traurig macht, ist, dass wir wieder nichts daraus gelernt haben und zum „Business as usual“ Szenario zurückkehren. Denn, wie die Finanzkrise von 2008, hat die Corona Krise uns gezeigt, dass wir dieselben Probleme haben wie damals. Nun tun wir dasselbe, nämlich Geld drucken und in marode Organisationen stecken, in der Hoffnung ein anderes Ergebnis zu bekommen. Ich gebe aber nicht auf, denn wir können mit Kapital die Welt verändern und ich tue alles, um meinen kleinen Beitrag zu leisten, durch early-stage Investing. Mein neues Buch, Integral Investing, das bei Amazon verfügbar ist, beschreibt genau wie.

Im Rahmen Ihrer Nominierung im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass z.B. NDC Data Centers* Sie vorschlugen, weil Sie die Wichtigkeit des Unternehmens in puncto Nachhaltigkeit sofort erkannt haben. Können Sie einmal kurz beschreiben was AQAL vor diesem Hintergrund ausmacht?

Wir müssen das „Betriebssystem der Erde“ wieder dorthin zurückbringen, wo es uns gut unterstützen kann. Wenn wir eine bessere Welt hinterlassen wollen, als wir vorgefunden haben, und wir sind auf dem besten Wege uns selbst zu zerstören, dann ist das nur dann möglich, wenn das Bewusstsein sich verändert und zwar im Hinblick auf die Grand Global Challenges wie den Klimawandel, ethische KI und dergleichen. Ein Beispiel: Als Informatikerin wusste ich bereits seit Mitte der 1990er Jahre, dass die Ära der Digitalisierung begonnen hatte. Das Rückgrat der Digitalisierung sind nun einmal Rechenzentren. Diese verbrauchen aber massiv Energie und deren Bau sind CO2-Schleudern. Als wir vor vier Jahren in NDC Datacenters investiert haben, taten wir es, weil wir die Gelegenheit sahen, beweisen zu können, wie man erstens Technologie einsetzen kann, um vor dem Hintergrund eines deutlich niedrigeren Energieverbrauchs (>50%) die Digitalisierung voranzutreiben und zweitens, wie man mit nachhaltigen Immobilieninvestments, die Welt (positiv) verändern kann.    

Herzlichen Dank, Frau Dr. Bozesan, dass Sie sich die Zeit genommen haben und alles Gute für Sie!


* NDC plant, baut, und verwaltet innovative und hocheffiziente Rechenzentren. Das Unternehmen realisiert den kostengünstigen und nachhaltigen Bau und Betrieb der Rechenzentren und spart Energiekosten durch eine patentierte Wasserkühlungslösung.

Im Portrait: FOUNDress – Partner „Women Business Angels Year 2020”

“FOUNDress – Be your vision!” ist eine Initiative für mehr weibliche Gründungen aus Hochschulen, angesiedelt an der TU Freiberg am Lehrstuhl für Entrepreneurship und Steuerlehre von Prof. Dr. Karina Sopp. In einem mehrmonatigen Programm werden interessierte Teilnehmerinnen aller Fachbereiche für Gründungen sensibilisiert, an bestehende Gründerteams herangeführt oder auf ihrem Weg zur eigenen Unternehmensgründung begleitet. Besonders stark vertreten sind die technischen Fakultäten.

FOUNDress ist aber auch ein Podcast für, über und mit Gründerinnen, veröffentlicht auf den Streaming-Plattfomen Spotify, apple podcasts, Deezer, Soundcloud und hearthis. Er bietet praktische und authentische Einblicke in die Erfahrungen von Gründerinnen auf dem Weg in die Selbstständigkeit und veröffentlicht Podcast Interviews mit Unternehmerinnen und Personen die zu gründungsspezifischen Themen etwas zu sagen haben.

In der aktuellen Podcast Episode spricht Dr. Dilan Sinem Sert, CEO & Founderin von SeDiDoc, einer Vermittlungsplattform für ärztliche Tätigkeiten über „Geschäftsmodelle und Zukunftsvisionen in der Digital Health Branche“. Episode 14 über „Angel Investing“ erscheint am 20. Juni 2020 mit Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND), im Interview.

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