Where Female Angels Shine – Der große DemoDay & Female Start-up Aperitivo am 27. Juni in Berlin

Es braucht mehr weibliche Investorinnen. Es braucht Sie!

Mit der Women Angels Mission ’25 verfolgt Business Angels Deutschland e.V. (BAND) das Ziel, den Anteil weiblicher Business Angels in Deutschland signifikant zu steigern. Viel wurde bereits erreicht – jetzt geht es in den entscheidenden Schlussspurt dieser wegweisenden Mission!

🎯 27. Juni 2025 | Berlin

Von 12:00–17:00 Uhr feiern wir gemeinsam beim Women Angels Mission ’25: DemoDay 2025 im Säälchen | Holzmarkt (Berlin), was in den letzten Monaten entstanden ist – und setzen neue Impulse für die Zukunft weiblicher Investments.

Erwartet werden Gründer:innen, Investor:innen, Botschafter:innen, Netzwerkpartner:innen und politische Akteur:innen. Gemeinsam wollen wir Erfahrungen austauschen, Erfolge sichtbar machen und nächste Schritte gestalten – für mehr Sichtbarkeit, Wirkung und Beteiligung von Frauen im Business Angel Ökosystem.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im März 2025 richtet sich das Augenmerk auch auf die Politik: Jetzt sind mutige Maßnahmen gefragt, um bessere Rahmenbedingungen für Frühphasenfinanzierung und Female Angels zu schaffen.


🌟 Direkt im Anschluss: Female Start-up Aperitivo(17:30–22:00 Uhr, ebenfalls im Säälchen)

Es wird laut, inspirierend und richtungsweisend: Zehn der besten Female-led Start-ups Deutschlands treten live auf der Bühne gegeneinander an. Vor Investor:innen, Jury und Publikum pitchen sie um den Gesamtsieg des Female Start-up Aperitivo – und begeistern mit Innovation, Vision und unternehmerischer Power.
#FemaleFireworks garantiert!


✨ Das erwartet Sie:

  • Meet & Greet im Women Entrepreneurs Parcours
  • Erfolgreiche Gründerinnen und Business Angels im Gespräch
  • Live-Interviews mit WAM25-Botschafter:innen
  • Best Practices & Learnings von Investor:innen und Start-ups
  • Netzwerken & Austausch mit Macher:innen aus dem Ökosystem
  • Abendliches Pitch-Event der zehn Top Female Start-ups Deutschlands

Agenda Anmeldung

SmartLoC – WEP-Startup mit internationaler Vision sucht Investor*innen für Seed+ / 2nd Closing

Mit einer klaren Vision, internationalem Wachstumskurs und einer erfahrenen Gründerin an der Spitze startet das Female-Led Startup SmartLoC in die nächste Finanzierungsrunde. Investor*innen sind herzlich eingeladen, Teil dieser spannenden Reise zu werden.

Wer ist SmartLoC?

SmartLoC – kurz für Smart Letter of Credit – ist ein 2021 gegründetes deutsches Startup mit dem Ziel, den internationalen Handel einfacher, transparenter und sicherer zu gestalten. Das internationale Team um Gründerin und CEO Britta Balden hat eine digitale Plattform entwickelt, die auf den ersten Blick zwei Welten verbindet: Zahlungsabwicklung und Logistik.

Die Innovation: SmartLoC ersetzt den klassischen, papierbasierten Letter of Credit durch ein digitales, automatisiertes System. Dabei wird der Zahlungsfluss direkt an die Echtzeitdaten aus dem IoT-basierten Shipment Monitoring gekoppelt – ein Quantensprung in Sachen Effizienz, Sicherheit und Vertrauen im internationalen B2B-Handel.

Die Plattform bietet:

  • Vertragsabwicklung (Collaborative Contracting)
  • End-to-End-Überwachung von Lieferungen mit IoT-Geräten
  • Trusted Payment Services über regulierte Zahlungsdienstleister
  • Optionale Finanzierung & Versicherung über Partnernetzwerke

Warum jetzt investieren?

SmartLoC hat sich in kürzester Zeit ein internationales Netzwerk aufgebaut, mit aktiven Kundenbeziehungen in Europa, Lateinamerika und Indien sowie Standorten in Deutschland, Italien, Griechenland, Dubai, Argentinien und Indien.

Das Unternehmen plant für 2025 mit über 100 zahlenden Kund*innen einen Umsatz von 1 Mio. € und geht jetzt in die nächste Finanzierungsrunde:

Seed+ / 2nd Closing – Eckdaten auf einen Blick:

  • Pre-Money-Bewertung: 9,2 Mio. €
  • Fundingziel: 350.000 €
  • Mindestinvestment: 50.000 €
  • Investitionsstruktur: Tokenisierung über Tokenize.it
  • Deadline für Beteiligung: 30. April 2025

Tickets unter 200.000 € werden gebündelt im Angel-Pool organisiert.

Jetzt anmelden zum Investor*innen-Webinar

Für interessierte Investor*innen bietet SmartLoC zwei kompakte Webinare zur Vorstellung des Unternehmens und der Investitionsmöglichkeit:

  • 08. April 2025 | 10:00 Uhr (CET)
  • 10. April 2025 | 16:00 Uhr (CET)

Inhalte:

  • Vorstellung von SmartLoC durch das Gründerteam
  • Details zum Investment-Setup via Tokenize.it
  • Q&A-Runde für Interessierte

Anmeldung & mehr Infos: www.smartloc.link/investment-opportunity

WAM25 wieder Medienpartner beim #SOA

Das STARTUP OPEN AIR (SOA) ist Deutschlands größtes Open Air Startup-Event und findet am 27. August 2025 Open Door am RHEINHUB am Bonner Bogen statt. Das Event zielt darauf ab, das Ökosystem in Nordrhein-Westfalen zu stärken und zu vernetzen und bietet gleichzeitig eine Plattform zum Spaß haben. Mehr als 100 Startup-Aussteller und über 100 Investoren, sowie relevante Unternehmen und Experten werden erwartet. Es werden über 2.000 Teilnehmende erwartet, darunter erfahrene Startup-Teams, Erstgründende, Investoren und innovative Unternehmen sowie Gründungs-, Zukunfts- und Festivalinteressierte. Dieses Jahr steht das SOA unter den Fokussen Impact, Digital Health und Cyber Security & AI – lass uns sie gemeinsam vorantreiben und die Zukunft verbessern! 

Beim SOA kannst Du in zahlreichen Bereichen netzwerken und Dich inspirieren lassen. Dazu gehören spannende Startup-Pitches, bei denen Gründende ihre Projekte präsentieren, sowie aufschlussreiche Keynotes und Panels mit tiefgehenden Diskussionen. Workshops bieten praktische Einblicke und Weiterbildungsmöglichkeiten. Für Unterhaltung und lockere Atmosphäre sorgen musikalische Acts sowie Essen und Freigetränke. Die SOA-Stage bildet dabei das Herzstück des Events, auf der die Hauptattraktionen über die Bühne gehen. Seid dabei und gestaltet das Heute von Morgen mit jeder Menge Spaß! Tickets kannst Du Dir hier sichern. 

Jetzt online: #BANDtalk mit WEP Start-up Eversion und ihren Angels

Im exklusiven BAND-Interview sprechen Anne Degenhardt (Projektmanagerin Business Angels Deutschland (BAND), Julia Zimmermann (CEO Eversion – auch im Women Entrepreneurs Parcours (WEP) dabei), Martin Büchs (Business Angel) und Melanie Pars (Angel Investorin) über die Gründung und Entwicklung von Eversion, die Herausforderungen und Chancen in der Start-up Welt sowie die Rolle von Business Angels im Start-up.

Julia Zimmermann, Martin Büchs und Melanie Pars teilen ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Visionen für die Zukunft des Unternehmens und geben wertvolle Tipps für andere Start-ups auf der Suche nach Investor:innen.

Hier geht’s zum Video.

Über Eversion

Eversion entwickelt eine intelligente Ganganalyse mit Sensorsohlen und einer App, mit der Ursachen für unspezifische Beschwerden in Knie- Hüft- oder Rücken erkannt werden und mithilfe eines innovativen Einlagenkonzept individuell gelindert werden können.
https://www.eversion.tech/home

Business Angels fordern international wettbewerbsfähige und verlässliche Rahmenbedingungen

Der künftige Bundestag und die künftige Bundesregierung müssen dafür sorgen, dass neu gegründete Startups wieder ein verlässliches und gutes Finanzierungsumfeld vorfinden. Zugleich ist es erforderlich, bürokratische und regulatorische Anforderungen für diese jungen Unternehmen auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen.

Drei Viertel der Finanzierungen von Startups in der frühen Phase werden in Deutschland durch private Investoreninnen und Investoren, Business Angels, gestemmt. Sie mussten in den letzten Jahren jedoch eine ständige Verschlechterung der Rahmenbedingungen für ihr Engagement erleben, bedauert ihr Verband, Business Angels Deutschland (BAND). Der Verband sieht die große Gefahr, dass Angel Investorinnen und Investoren sich vermehrt von der Finanzierung von Startups in Deutschland abwenden und im Ausland investieren oder sich angesichts des günstigen Zinsumfeldes anderen Kapitalanlagen zuwenden. Anders als Venture Capital Fonds können sie das jederzeit tun und sind nicht an Anlagekonditionen gebunden.

Zugleich blicken Gründerinnen und Gründer aufgrund von steigenden regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen verstärkt ins Ausland. Sie stellen fest, dass der Aufbau eines Unternehmens in vielen Ländern deutlich weniger Bürokratie-Overhead bedeutet.

Business Angels finanzieren nicht nur, sie unterstützen Gründerinnen und Gründer auch durch Rat und Tat. Dabei gehen sie ein erhebliches Risiko ein, denn die Gefahr des Scheiterns der Unternehmensgründung ist in der frühen Phase besonders groß. Business Angels bauen mit an der Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft. Doch dafür brauchen sie verlässliche und für Startup-Finanzierungen förderliche Rahmenbedingungen. Stärker als in Deutschland gibt es diese im europäischen Ausland. Wenn Rahmenbedingungen das Risiko ein wenig abfedern, können Angels den vollen Fokus darauf legen, den Markt für die zukunftsorientierten Technologien und Geschäftsmodelle ihrer Startups erschließen zu helfen.

Konkrete Verbesserungen erwarten sich die Business Angels vor allem in folgenden Punkten.

1. Bürokratische Beurkundungserfordernisse abschaffen
Beispielhaft für überbordende Bürokratie, die Deutschland als international nicht wettbewerbsfähige erscheinen lässt, ist die Pflicht, die Abtretung von GmbH-Geschäftsanteilen sowie die Verpflichtung hierzu in einem notariellen Vertrag beurkunden zu müssen (§ 15 Abs. 3 und 4 GmbHG). Dies erschwert Eigenkapitalfinanzierungen, ist zeitaufwändig und für die Startups mit nicht notwendigen, oft erheblichen Kosten verbunden.
Nachdem die Forderungen von BAND, aber auch aus der juristischen Literatur, nach einer ersatzlosen Streichung der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Vorschrift in dieser Legislaturperiode leider nicht durchgedrungen sind, wird ein derartiger Modernisierungs- und Entbürokratisierungsschritt vom kommenden Bundestag und der kommenden Bundesregierung dringend erwartet.

2. Rückkehr zur früheren INVEST Förderung von Start-up Finanzierungen
Das bewährte Programm „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ ist in den letzten beiden Jahren auf ein Minimum von 15% Förderanteil reduziert worden. Ebenso wurde das Gesamtvolumen der Investments pro Business Angels stark begrenzt.
Während die Zahl der Startup-Gründungen in 2024 angestiegen ist, ging die Zahl der frühphasigen Finanzierungsrunden deutlich zurück. Ebenso kam es im Vorjahr vermehrt zu Startup-Insolvenzen. Um diesen Negativtrends entgegenzuwirken, ist es notwendig, zu den früheren Konditionen der INVEST Förderung zurückzukehren. Insbesondere sollten Folgefinanzierungen wieder bezuschusst und das Programm für alle Angels ohne Einschränkung zugänglich sein.
Wichtig ist ebenfalls eine verlässliche Ausgestaltung des Programms. Seit 2022 kam es wiederholt zu unangekündigten Aussetzungen und Konditionsänderungen, die für die Finanzierungsplanung von Investoren und Startups schädlich waren.

3. Mehr Liquidität durch Aufbau eines Secondary Marktes
Business Angels sind in der Frühphase auch deswegen für Startups besonders wichtig, weil sie in diesem Zeitabschnitt ihre Unterstützung durch Know-how und Kontakte besonders gut einsetzen können. Sobald weitere Finanzierungsrunden stattgefunden haben, treten sie im Gesellschafterkreis in den Hintergrund. Deswegen ist es oft sinnvoll, wenn sie zu diesem Zeitpunkt ihre Beteiligung im Rahmen eines sog. Secondaries veräußern können und nicht auf den Verkauf der Mehrheit der Anteile am Unternehmen warten müssen. So können sie die Erlöse schneller für erneute Investments in der Frühphase nutzen.
Für Secondaries gibt es in Deutschland bislang, anders als im Ausland, keine ausreichenden Marktstrukturen. Der Staat sollte daher den Aufbau solcher Programme analog zu seinen Engagements via Zukunftsfonds oder der WIN-Initiate unterstützen bzw. in diese integrieren.

4. Flächendeckende Business Angels Co-Investment Fonds
Bund und Länder sollten öffentliche Co-Investment Fonds aufbauen, die immer gemeinsam mit Business Angels unter gleichen Bedingungen investieren.
Die Fonds hätten als Vorteil einen geringen Personalaufwand, weil der Business Angel die Beteiligung managt und die Business Angels können ihrerseits das Finanzierungsvolumen für das Startup durch das Co-Investment des Fonds erhöhen.
Positive Erfahrungen gibt es bereits in Nordrhein-Westfalen mit dem Programm „NRW.Seed.Cap“ der NRW.Bank, in Sachsen mit dem „Business-Angel-Bonus“ der Sächsischen Aufbaubank sowie dem „Saxony Angel Venture Fund (SAVF)“ der dortigen Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft. Der ausgelaufene „European Angels Fund“ hat aufgezeigt, dass mit solchen Modellen attraktive Renditen für die Geldgeber zu erzielen sind.

5. Anreiz zu Re-Investitionen: Roll-over für drei Jahre
Angels, die als natürliche Personen investieren, versteuern Veräußerungserlöse im Wege des Teileinkünfteverfahrens zu 60% mit ihrem persönlichen Steuersatz beziehungsweise im Rahmen der Abgeltungssteuer mit 25%. Dies betrifft etwa die Hälfte der Business Angels in Deutschland.
Mit einem steuerlichen Roll-over sollte ein Anreiz zum Re-Investment von Exiterlösen in Startups für Angels geschaffen werden. Durch eine Anpassung des § 6 Abs. 10 EStG, der zurzeit nur gewerbliche Investoren erfasst, sollte die Besteuerung eines Veräußerungserlöses aus einer Beteiligung an einem Start-up bis zur Beendigung der Beteiligung an dem Startup, maximal für 15 Jahre, gestundet werden, wenn und soweit ein Business Angel als natürliche Person solche Veräußerungserlöse innerhalb von drei Jahren erneut in ein innovatives Start-up im Sinne der INVEST-Richtlinie investiert. Es handelt sich insofern um einen Steueraufschub, nicht um einen Steuerverzicht.

Neue Studien im Sammelwerk “Angel Investment Research in Europe – Documentation & Debate”

Wie bereits im Januar berichtet, hat BAND zusammen mit Business Angels Europe (BAE) das erste europaweite Dokument zur Nischenforschung “Angel Investing in Europe” veröffentlicht. Als “living document” soll die Unterlage Ausgangspunkt für eine strukturierte Übersicht von Forschungsprojekten im Bereich Angel Investing in Europa sein, zur Diskussion anregen und stetig erweitert werden.

Nun wurden der Dokumentation zwei neue Studien des renomminierten Angel Forschers Colin Mason hinzugefügt:

Keith Arundale; Colin Mason: Business angel groups as collective action: an examination of the due diligence process (2024)

Die Studie untersucht den Due Diligence Prozess innerhalb von Business Angels Gruppen – am Beispiel der “Henley Business Angels” in Großbritannien. Die Autoren stellen fest, dass trotz der kollektiven Struktur solcher Gruppen die Due Diligence Prüfungen oft individuell und mit begrenzter Sorgfalt durchgeführt werden. Mitglieder neigen dazu, eigenständig Bereiche von persönlichem Interesse oder Bedenken zu untersuchen, teilen jedoch ihre Erkenntnisse mit einer Gruppe. In einigen Fällen verlassen sich Mitglieder auf die Due Diligence Ergebnisse anderer, insbesondere wenn diese außerhalb ihres Fachgebiets liegen oder sie selbst nicht genügend Zeit haben. Die Studie hebt hervor, dass es an rigoroser gemeinsamer Prüfung mangelt und der Prozess mehr kollektive Anstrengungen erfordern könnte.

Tiago Botelho; Colin Mason: ‘All for one and one for all?’ Business angel groups as collective action (2024)

Die Studie untersucht die Rolle von sog. Gatekeepern in professionell organisierten Business Angel Gruppen. Gatekeeper sind Manager, die für die anfängliche Auswahl von Investitionsmöglichkeiten verantwortlich sind. Die Autoren der Studie analysieren diesen Prozess mithilfe der “principal-agent theory“, um zu verstehen, ob die Gatekeeper im besten Interesse der Gruppenmitglieder handeln. Durch die Analyse fanden die Autoren heraus, dass die meisten Gatekeeper die gemeinsamen Interessen der Mitglieder berücksichtigen. Dies könnte auf einen potenziellen “Moral Hazard” hindeuten; jedoch zeigen Interviews, dass Gatekeeper sich auf Maßnahmen konzentrieren, die den Nutzen für die Mitglieder der Angel Gruppen erhöhen.

Hier geht’s zur gesamten Dokumentation.

“Success story made by BAND” – jetzt auch online als Video verfügbar

Ein “perfect match”: Durch eine BAND Online-Veranstaltung hat Martin Sommerfeldt, akkreditierter Business Angel in BAND, Britta Balden, CEO des female-led Start-ups SmartLoC (auch im Women Entrepreneurs Parcours der Women Angels Mission ’25 zu finden) aus Bad Oldesloe kennengelernt.

Hier geht’s zum Video des exklusiven BAND-Interviews mit interessanten Insights rund um ihre Angel- Start-up Geschäftsbeziehung und die Besonderheiten ihrer Zusammenarbeit. Außerdem verraten sie Tipps und Tricks für andere Business Angels und Start-ups. Jetzt anschauen!

WEP Start-up EVERSION schließt erfolgreich Seed-Finanzierungsrunde

EVERSION sichert siebenstellige Seed-Finanzierung. Mit einer Sensor-Einlegesohle und App bietet das Start-up eine datengestützte Lösung für Schmerzreduktion und präventive Gesundheitsmaßnahmen.

Das seit 2023 im BAND Women Entrepreneurs Parcours eingetragene MedTech-Start-up EVERSION hat eine Seed-Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe abgeschlossen. Das 2023 gegründete Konstanzer Unternehmen konnte mit seiner innovativen Lösung zur Reduzierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen renommierte Investoren überzeugen. Der Chancenkapitalfonds der Kreissparkasse Biberach führt die Runde als Lead-Investor an, begleitet vom Berlin Angel Fund und den Angels4Health-Investoren sowie einer beeindruckenden Riege an Business Angels (u.a. BAND-Mitglieder) und Expert:innen aus den Bereichen Medizin, Technologie und Marketing/Vertrieb.

Hier geht’s zur Pressemitteilung

Über EVERSION
Die EVERSION Technologies GmbH wurde 2023 gegründet und verfolgt die Mission, Menschen mit Muskel-Skelett-Beschwerden eine datenbasierte, transparente und nachhaltige Lösung anzubieten. Mit einem interdisziplinären Team und starken Partnerschaften kombiniert das Startup modernste Technologien mit jahrzehntelanger Laborerprobung von Erfinder Wolfgang Triebstein, um die Einlagenversorgung neu zu denken.

Über Women Entrepreneurs Parcours (WEP)
„Women Entrepreneurs Parcours“ (WEP) ist die Online Plattform für mehr Sichtbarkeit von Gründerinnen und ihren innovativen Start-ups und präsentiert deren Geschäftsideen. WEP steht allen Start-ups offen, in denen Frauen als Gründerinnen relevant vertreten sind. Das bedeutet: Entweder die CEO ist eine Frau oder das Günder*innen Team besteht zur Hälfte aus Frauen. Wenn Sie Ihr „female Start-up” ebenfalls auf der WEP Plattform präsentieren möchten, schicken Sie gerne eine E-Mail mit Kurzbeschreibung zur Geschäftsidee (400 Zeichen), Logo und Kontaktdaten an band@business-angels.de – mit dem Stichwort „WEP” im Betreff.

“Success Story made by BAND”: Wie sich ein female-led Start-up und ein BAND-Angel trafen

Durch eine BAND Online-Veranstaltung hat Martin Sommerfeldt, akkreditierter Business Angel in BAND, Britta Balden, CEO des female-led Start-ups “Smart LoC” aus Bad Oldesloe kennengelernt. Im exklusiven Interview berichten sie von ihrer Geschäftsbeziehung, was das Besondere ist an ihrer Zusammenarbeit und was sie anderen Business Angels und Start-ups raten.

BAND: Könntest Du Dich kurz vorstellen?

BB: Mein Name ist Britta Balden und ich bin Gründerin und CEO der Smart Letter of Credit GmbH, kurz SmartLoC. Es inspiriert mich, durch Technologie reale Probleme zu lösen und die Welt ein Stück besser zu machen. Die Vorstellung, dass Innovationen im Bereich der Digitalisierung und des internationalen Handels dazu beitragen können, globale Prozesse effizienter, sicherer, nachhaltiger und gerechter zu gestalten, treibt mich täglich an.

BAND: Elevator-Pitch: was ist Dein Geschäftskonzept in einem Satz?

BB: SmartLoC bietet eine digitale B2B-Zahlungslösung für den internationalen Handel. Durch IoT-basiertes Shipment Monitoring und automatisierte Zahlungsabwicklung (Trusted Payments) optimieren wir Lieferketten und ersetzen papierbasierte Prozesse.

BAND: Was war die Inspiration hinter der Gründung des Start-ups?

BB: Schon während meiner Zeit als Gründerin und CEO meines E-invoicing Start-ups beschäftige ich mich mit der Digitalisierung von Dokumenten. Die Finanzkrise in Griechenland verstärkte mein Gefühl, dass die vorhandenen Daten besser genutzt werden sollten, um fundierte Finanzierungs- und Risikoeinschätzungen zu treffen, anstatt sich nur auf historische Daten zu verlassen. Bei meiner Arbeit in Horizon 2020-Projekten zur Digitalisierung von internationalen Supply Chains und dem Physical Internet hatte ich die Möglichkeit, die Idee zu konkretisieren. Dabei habe ich meinem Co-Founder Alessandro Vaglini kennengelernt, der ein Experte für IoT Technologie ist, der Grundtechnologie für digitale Zwillinge (Digital Twins). Die logische Folge war SmartLoC, also Warenströmen anstatt mit Dokumenten über Digital Twins zu beschreiben und dadurch den Gesamtprozess im internationalen Handel vom Vertrag über die Lieferung bis zur Zahlung ganz neu zu denken.

BAND: Wie unterscheidet sich Euer Produkt/Eure Dienstleistung von bestehenden Angeboten auf dem Markt?

BB: Wir sind momentan die einzigen, die diesen einzigartigen Ansatz verfolgen. Eine der größten Herausforderungen, die wir beim Fundraising hatten, war die Kategorisierung unserer Innovationen, da Investor*innen oft zwischen Fintech und Logistik-Innovationen unterscheiden. Logistik-Expert*innen erkennen oft nicht das Potenzial der Daten für Finanzierung und Zahlungsabwicklung, während Fintech-Expert*innen den Wert von Logistik-Informationen für ihre Branche nicht sehen. Unser Ansatz, diese beiden Welten zu verbinden, ist das, was uns einzigartig macht und unser Geschäftsmodell so disruptiv gestaltet. Es ist allerdings auch schwer verständlich, da die meisten Märkte und Branchen in Silos denken und arbeiten. Wir bemühen uns, diese Silos aufzubrechen. Dieses Silo-Denken ist ein großes Hindernis für Innovation. Um neue Prozesse zu entwickeln und Dinge zu verbessern, muss man bereit sein, neue Wege zu gehen und alte Denkmuster zu durchbrechen.

BAND: Was ist die langfristige Vision für das Unternehmen?

BB: Unsere langfristige Vision für das Unternehmen ist es, mit SmartLoC der Wegbereiter für das Physical Internet im internationalen Handel zu sein. Durch die Nutzung von Digital Twins können wir Lieferketten transparenter und effizienter gestalten, den CO2-Ausstoß im internationalen Handel reduzieren und eine transparentere und gerechtere Handelsumgebung für unsere Kunden schaffen.

BAND: Wie kam der Kontakt zwischen Euch zustande?

MS: Der erste Kontakt zu Smart LoC und dem Gründerteam ging auf ein Online-Pitch-Event zurück, in dem mich das außergewöhnliche Geschäftsmodell sofort faszinierte. Es folgte sehr schnell ein bilateraler Video-Call, in dem sich herausstellte, dass wir inhaltlich und menschlich sehr gut zusammenpassen. Ein zeitnaher persönlicher Besuch bei Smart LoC in Bad Oldesloe, in dem wir bereits konkret konstruktive Ideen diskutierten und sogar ein gemeinsames Online-Gespräch mit einem weiteren Investor führten, brachte uns übereistimmend zu dem Schluss, zusammen weitermachen zu wollen. Besiegelt haben wir diesen Beschluss dann spontan mit einem Abendessen beim benachbarten Italiener.

BAND: Wofür benötigt Ihr im Moment Kapital?

BB: Aktuell haben wir Kapital, das wir gezielt einsetzen, um unser Geschäftsmodell effektiv umzusetzen und die Skalierung voranzutreiben. Unser Ziel ist es, das Potenzial unseres Produkts auf dem internationalen Markt zu demonstrieren und zu beweisen, dass es ein echtes Bedürfnis erfüllt. Um das zu erreichen, wollen wir das bestehende Kapital nutzen, den Markt zu erschließen und unser Produkt weiterzuentwickeln. Die Plattform ist voll funktionsfähig, aber es gibt noch viele Erweiterungs- und Verbesserungsmöglichkeiten, insbesondere in Bereichen wie Automatisierung und dem verstärkten Einsatz von KI. Zudem planen wir mit der nächsten Finanzierungsrunde, ein SmartLoC IoT-Gerät zu entwickeln, das perfekt auf die Anforderungen unseres Geschäftsmodells zugeschnitten ist. Dies wird uns ermöglichen, das gesamte System end-to-end zu managen. Auch wenn wir weiterhin bestehende Geräte nutzen werden, möchten wir ein Gerät schaffen, das genau unseren Bedürfnissen entspricht. Wir sammeln derzeit alle notwendigen Anforderungen durch verschiedene Anwendungsfälle, um ein passendes Gerät zu entwickeln zu lassen. Zwar gibt es bereits gute Lösungen auf dem Markt, aber keines erfüllt alle unsere Bedürfnisse 100%ig.

BAND: Was hat Dich dazu bewogen, in dieses Start-up zu investieren?

MS: Wie gesagt, neben der Tatsache, dass die Wellenläge zwischen den Beteiligten sofort passte, hat mich die Zusammensetzung des Gründerteams mit den unterschiedlichen, sich gut ergänzenden Skills und Persönlichkeiten überzeugt. Ferner hat mich der umfassende Geschäftsansatz von Smart LoC, nämlich das seit Jahrhunderten unveränderte traditionelle Auslandsfinanzierungs- und Auslandszahlungsgeschäft, digital aufzusetzen und somit zu revolutionieren, fasziniert. Wohl wissend, dass ein so komplexer Ansatz eine ganz besondere Herausforderung für dessen Entwicklung ist, sehe ich im enormen weltweiten Marktpotential und der hervorragenden Skalierbarkeit eine außergewöhnliche Chance. Der weitgehend vom traditionellen, dokumentären Auslandszahlungsverkehr abweichende Ansatz hat meines Erachtens einen für die Abwicklung des Im- und Exports disruptiven Charakter. Außerdem traue ich dem Team um Britta zu, diese außergewöhnlich komplexe Entwicklungsaufgabe erfolgreich umzusetzen, welches sich bisher auch deutlich bestätigt hat. An dieser Stelle sei ferner bemerkt, dass ich es beeindruckend finde, wie diszipliniert und mit wie wenig Budget das Team die bisherigen Meilensteine umgesetzt hat.

BAND: Welche Chancen siehst Du in der Branche oder im Geschäftsmodell?

MS: Die Abwicklung des weltweiten Im- und Exports umfasst ein enorm großes und vor allem auch margenträchtiges Marktpotential. Außerdem bietet die heute in vielen Bereichen noch händische Abwicklung ein ebenso großes Kosteneinsparungspotential bei sämtlichen Beteiligten. Das Heben dieser Potentiale und der damit verbundene disruptive Charakter von Smart LoC liegt in der Entwicklung einer durchgängig digitalen Abwicklungsplattform, wo heute weitgehend noch Einzellösungen dominieren. Die von Smart LoC entwickelte Plattformlösung verspricht künftig eine ideale Basis für IoT-basierte Geschäftsabwicklungen (unternehmensintern und -übergreifend) zu werden und hat somit das Potential die Branche weitreichend zu revolutionieren. Die alle drei Kreisläufe (Ware, Dokumente / Information und Geldfluss) umfassende Abwicklungsplattform von Smart LoC ist ferner ausgezeichnet skalierbar und als White Lable-Lösung für etablierte Marktplayer bestens geeignet. Aus meiner Perspektive lassen sich insgesamt eine Menge Chancen sowohl für Smart LoC als auch die gesamte Branche ableiten.

BAND: Welche Kriterien sind Dir bei der Auswahl von Start-ups besonders wichtig?

MS: Für mich sind die folgenden wohl gut bekannten Kriterien sehr wichtig: Ein gutes Team, ein disruptiver Geschäftsansatz, der darüber hinaus nicht so leicht zu kopieren ist, eine hohe Skalierbarkeit sowie eine absehbare Chance auf ein erfolgreichen Time to Market-Prozess. Bei allem ist für mich die Qualität des Teams jedoch nach wie vor der wichtigste Aspekt. Soll heißen, dass ich es sehr schätze, wenn das Team sich in ihrem Skills sowie ihren Persönlichkeiten deutlich unterscheiden, sich dabei aber gut ergänzen. Da gerade in der Early-Stage-Phase eine extreme Anpassungsfähigkeit aller Teammitglieder gefordert ist, halte ich es für unerlässlich, dass zumindest die hauptverantwortlichen Team-Mitglieder eine große Offenheit für Neues, Änderungsbereitschaft und ein ausgeprägtes Eigeninteresse an fremden Ideen und Anregungen mitbringen. Ich persönlich habe bei meinen bisherigen Investments stets darauf geachtet, vom Geschäftsmodell des Start-ups zumindest ein Grundverständnis zu haben. Diesen Anspruch habe ich nicht nur im Hinblick auf eine fundierte Investitionsentscheidung, sondern auch auf den Aspekt, mich somit nutzbringender in das Start-up mit einbringen zu können. Der Spaßfaktor ist für mich einer der Hauptmotivationen zu investieren.

BAND: Könntet Ihr Euer Geschäftsverhältnis beschreiben? Wie hat der Entscheidungsprozess stattgefunden?

BB: Martin als Investor zu gewinnen, begann bei einem online Pitch-Event von BAND während der Pandemie. Nach diesem Online-Event meldete sich Martin als einer der ersten potenziellen Investoren. Das war zu einem sehr frühen Zeitpunkt in unserer Pre-Seed-Phase. Was uns sofort aufgefallen ist, war Martins Offenheit und seine unglaublich positive Persönlichkeit. Er hat einen Bank-Hintergrund und konnte unser Geschäftsmodell sehr schnell nachvollziehen und verstehen. Das war für uns besonders wertvoll, da nicht viele Menschen die komplexen Aspekte unseres Modells auf Anhieb begreifen konnten. Martin zeichnet sich dadurch aus, dass er in der Lage ist, über den Tellerrand hinauszusehen. Er ist extrem unterstützend und gibt stets positives Feedback, was uns motiviert und weiterbringt. Außerdem setzt er sein Netzwerk gezielt ein, um uns zu helfen.

MS: Entscheidend war aus meiner Sicht, dass bei alle Beteiligten damals spontan Einigung darin bestand, zusammen weitermachen zu wollen.

BAND: Was ist das Besondere, was Eure Geschäftsbeziehung ausmacht?

MS: Eine Mischung aus guter fachlicher Ergänzung, viel Spaß am gemeinsamen Ideenaustausch, Herzblut für das Geschäftsmodell und eine ausgeprägte Wertschätzung füreinander.

BB: Das Besondere an unserer Geschäftsbeziehung ist, dass sie über rein professionelle Aspekte hinausgeht und zu einer echten Freundschaft geworden ist. Es ist ein sehr persönliches Verhältnis, das auf Vertrauen und Offenheit basiert. Wir können uns gegenseitig ehrlich sagen, wenn etwas nicht passt – zum Beispiel, wenn er manchmal etwas zu viel Zeit von uns in Anspruch nimmt oder Ideen hat, die aktuell nicht die höchste Priorität haben. Aber das ist eben auch der Vorteil: Wir können diese offenen Gespräche führen, ohne dass es negative Auswirkungen auf unsere Zusammenarbeit hat.

BAND: Welche Erfahrungen oder Ressourcen bringst Du, Martin, ein, um das Wachstum des Unternehmens zu fördern?

MS: Welcher Input von meiner Seite wertvoll bzw. gewesen ist, mag am besten vom Smart LoC-Team selbst beurteilt werden. Meine Intention ist, operative Ideen, Produktanregungen, Vertriebshinweise oder auch technologische Anregungen beizusteuern und sofern gewünscht, freue ich mich immer, als Sparringspartner für strategische Themen angesprochen zu werden. Hierbei ist speziell auf Smart LoC bezogen, mein Bankenhintergrund von gewissem Vorteil. Darüber hinaus versuche ich bei Bedarf mit Kunden, Investoren und auch strategischen Partner aus meinem Netzwerk Verbindungen beizusteuern.

BAND: Welche Rolle spielt der Angel Investor bei der strategischen Ausrichtung Eures Unternehmens?

BB: Martin spielt eine entscheidende Rolle bei der strategischen Ausrichtung unseres Unternehmens, insbesondere aufgrund seines umfangreichen Wissens im Bereich Finanzierung und Trade Finance, das er durch seine langjährige Erfahrung als Banker erlangt hat. Er versteht die Herausforderungen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, und erkennt sofort, wie unsere innovative Lösung diesen Problemen begegnen kann. Diese Fähigkeit, die Bedürfnisse des Marktes zu erkennen und mit unserer Lösung zu verknüpfen, ist für uns als Gründer von großer Bedeutung. Darüber hinaus ist Martins Netzwerk ein wertvoller Bestandteil für unsere Service Entwicklungsstrategie. Er nutzt seine Verbindungen aktiv, um uns neue Partnerschaften und Kooperationsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ein Beispiel dafür ist, dass er uns mit einer Plattform in Kontakt gebracht hat, die sich mit der Digitalisierung und Verifizierung von Dokumenten beschäftigt.

BAND: Welche Herausforderungen gab es in Eurer Geschäftsbeziehung?

BB: Die größte Herausforderung in unserer Geschäftsbeziehung mit Martin war, dass er sich eine persönliche Auszeit genommen hat, über die wir nicht informiert waren – das war auf einer persönlichen Ebene wirklich schwierig für mich. Ich kann mir vorstellen, dass er seinerseits mit der Herausforderung zu kämpfen hatte, die wir für die qualifizierte Finanzierungsrunde zu bewältigen hatten. Trotz dieser anstrengenden Phase – vor allem für uns als Gründungsteam – war er immer positiv, hat an uns geglaubt und auch andere mitgerissen, selbst wenn es mal schwieriger wurde. Er sagte immer: „Britta schafft das.“ Solche Menschen braucht man im Investor*innenkreis – die bei Schwierigkeiten nicht nur kritisieren, sondern uns unterstützen und motivieren. Es ist sehr wertvoll, einen Investor wie ihn zu haben, der nicht nur mit uns arbeitet, sondern uns auch menschlich unterstützt.

MS: Sofern man von einer Herausforderung für die Beziehung zwischen mir und dem Start Up sprechen will, waren diese eher in unterschiedlichen Standpunkten und Meinungen zu Sachverhalten begründet. Diese sind dann aber immer im Interesse einer optimalen Lösung gehandhabt worden. Ein offener und ehrlicher Umgang miteinander, heißt auch kontroverse Auffassungen in der Sache hart, aber auf Basis großer Wertschätzung und Sympathie auszufechten.

BAND: Welche gemeinsamen Meilensteine möchtet Ihr in den nächsten Jahren erreichen?

MS: Am liebsten einen IPO zur Milliardenbewertung! Naheliegendere strategische Ziele sind aus meiner Sicht aber eher die folgenden: Die Etablierung einer hochinnovativen und wettbewerbsstarken Plattform für den Im- und Export, der auf Basis die führenden digitalen Innovationen fußt. Smart LoC als technologischer, servicemäßiger und kosteneffizientester Anbieter in seinem Marktumfeld. In Hinsicht auf eine überschaubarere Perspektive sehe ich eher folgende Milestones: Digitales Dokumentenhandling, perfektionierte Tracking-Devices, eine leistungsfähige, internationale Zahlungsabwicklung, Einbindung von Versicherungsangeboten incl. Ausfuhrdeckung, Integration eines Models für Ausfuhrfinanzierungen.

BB: In den nächsten Jahren möchten wir gemeinsam Meilensteine erreichen, die sowohl das Wachstum des Unternehmens vorantreiben als auch einen langfristigen Impact auf den internationalen Handel haben. Wir wollen das Unternehmen so erfolgreich machen, dass alle Beteiligten einen mehr als fairen Exit erleben und gleichzeitig die Business-Idee weiterwächst. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Verbesserung der Transparenz, Effizienz und Gerechtigkeit im internationalen Handel zu erreichen. Dabei ist es uns wichtig, dass auch die Menschen, die viel Zeit investieren und auf ein höheres Gehalt verzichten, von diesem Erfolg profitieren – sowohl durch den finanziellen Return als auch durch den Stolz, ein Teil von etwas Großem sein zu können.

BAND: Welche (Veranstaltungs-) Formate wären für Euch wichtig, um potentielle Investment-Cases/Business Angels kennenzulernen? Habt Ihr Wünsche?

BB: Um mit weiteren potenziellen Angel-Investor*innen in Kontakt zu kommen, wären für mich vor allem Formate von Bedeutung, die eine gezielte und effiziente Vernetzung ermöglichen. Besonders gut finde ich persönliche One-to-One-Formate, wie B2B-Speed-Dating-Matches. In solchen direkten Gesprächen kann man viel mehr aus der Interaktion herausholen als bei großen Pitch-Events, die oft mehr Show als substanzielle Gespräche bieten. Pitch-Events empfinde ich oft als wenig zielführend, da dort vor allem diejenigen erfolgreich sind, die sich am besten vermarkten können, nicht unbedingt die, die die erfolgversprechendste Idee haben. Es wäre daher sinnvoller, die Start-ups vorab auf Basis ihres Geschäftsmodells zu klassifizieren und gezielt mit Investor*innen zusammenzubringen, die das Modell verstehen und echtes Interesse haben. Für uns ist es sehr hilfreich, wenn Investor*innen über ein gutes Netzwerk verfügen und uns dabei unterstützen, wertvolle Leads zu generieren.

MS: Das ergiebigste Format ist für mich die Matching Veranstaltung. Besonders schätze ich dabei die Veranstaltungen der verschiedenen Business Angels Netzwerke mit ihrer kompetenten Vorauswahl der präsentierenden Start-ups. Neben den unerlässlichen Präsenzveranstaltungen würde ich mir aber parallel mehr Online-Matchings wünschen, so wie zu Corona-Zeiten häufig angeboten. Diese erhöhen die regionale Reichweite für BA und Start-ups zugleich erheblich und sind kosten- sowie zeiteffizent bei gleichhohem Qualitätsniveau. Ich könnte mir ebenfalls vorstellen, dass überregionale Start-up Events mit einer speziellen Branchenausrichtung nicht nur für Business Angels, sondern auch für etablierte Unternehmen als Kooperationspartner attraktiv sein könnten.

BAND: Was würdet Ihr anderen Start-ups raten, die auf der Suche nach Angel-Investor*innen sind?

MS: Ein gut geübter Auftritt in möglichst vollzähligem Gründerteam sind aus meiner Sicht bei Pitches sehr erfolgsversprechend. Mit ehrlicher Offenheit für Anregungen und neue Ideen können Start-up Teams sehr gut bei Investoren punkten. Insbesondere, wenn die Gründerinnen und Gründer ihre Flexibilität und Anpassungsbereitschaft deutlich erkennen lassen. Eine gezielte Ausrichtung auf Investoren, die für das Team wichtiges Know How / Beziehungen nebst Geld mitbringen. Es bietet sich an, diesen Aspekt in das Pitch Deck mit aufzunehmen. Und schließlich ist es nicht verkehrt, anders zu sein und sich von anderen zu unterscheiden.

BB: Was ich anderen Start-ups raten würde, die auf der Suche nach Angel-Investoren sind, ist, möglichst in ein gutes Accelerator-Programm zu kommen, um zu lernen, wie die Investmentlandschaft funktioniert. Ein solches Programm bietet nicht nur wertvolles Feedback, sondern hilft auch dabei, erste Netzwerkkontakte zu knüpfen und die richtigen Investor*innen zu finden. Für uns war BAND mit Dir, Anne und Frau Dr. Günther ein absoluter Glücksfall, da wir dort die richtigen Verbindungen zu Angel-Investor*innen herstellen konnten und von einem Partner wie der MBG profitiert haben, der unser Projekt von Anfang an unterstützte. Das Zusammenspiel von öffentlichen und privaten Investor*innen ist eine tolle Möglichkeit, das Risiko zu streuen und gleichzeitig mehr Kapital zu akquirieren.

BAND: Was möchtest Du in fünf Jahren erreicht haben, Britta?

BB: In fünf Jahren möchte ich erreicht haben, dass wir mindestens zwei weitere erfolgreiche Investitionsrunden abgeschlossen haben, bei denen die Unternehmensbewertung deutlich gestiegen ist. Unser Ziel ist es, das Unternehmen so stark zu skalieren, dass wir dieses Wachstum realisieren können. Dabei streben wir an, einen internationalen Footprint aufzubauen, der nicht nur in Deutschland, sondern weltweit funktioniert. Wir wollen in fünf Jahren kein deutsches Start-up mehr sein, sondern ein global agierendes Unternehmen. Zudem möchte ich sicherstellen, dass wir in dieser Zeit eine langfristige Fortführung der Firma etabliert haben, die auch ohne uns – also ohne das Gründungsteam Britta, Thomas und Alessandro – erfolgreich weitergeführt werden kann und dadurch ein erfolgreicher Exit kurz bevorsteht.

BAND: Wie stellst Du Dir Deine Zukunft als Business Angel vor?

MS: Mein Ziel ist es neben den Bestandsinvestments regelmäßig auch immer wieder Neuinvestitionen zu tätigen und damit neue Start Up-Teams begleiten zu können. Ein zunehmend liquiderer Secondary-Handel von BA-Anteilen würde an dieser Stelle sehr hilfreich sein. Sofern es sich anbietet, kommt für mich je nach zeitlicher Möglichkeit eine Begleitung oder ein Coaching von Start-ups auch ohne Finanzinvestment in Betracht. In jedem Fall möchte ich auch weiterhin von der Start-up Szene viel über neue Technologien und deren Zukunftsanwendung erfahren.

Liebe Britta, lieber Martin, vielen herzlichen Dank für Eure Zeit und die Beantwortung meiner Fragen. Ich – auch im Namen von BAND – wünsche Euch alles Gute für die (gemeinsame) Zukunft.

“Deutscher Startup Monitor 2024” sieht einen positiven Blick nach vorn – Gründerinnenanteil nimmt ab

Der Deutsche Startup Monitor (DSM) 2024, herausgegeben vom Startup Verband, gibt einen Überblick über die aktuelle Lage des deutschen Start-up Ökosystems.

Diversität

Der Anteil von Gründerinnen ist von 20,7 % auf 18,8 % gesunken, was auf strukturelle Barrieren hinweist. Genau hier will die Women Angels Mission ’25 nachbessern und die Trendwende mitgestalten: Mit dem in den Fokus rücken von Angel Investorinnen und Gründerinnen (next event: WAM25 DemoDay 2024)

Auch die Integration von Talenten aus dem Ausland ist wichtig: 30,8 % der Start-up Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus anderen Ländern, besonders in internationalen Hubs wie Berlin.

Finanzierungsherausforderungen

Der Zugang zu Kapital bleibt schwierig. Der Rückgang von Venture-Capital-Investitionen ist ein Problem, obwohl 74,1 % der Start-ups planen, in den nächsten 12 Monaten frisches Kapital aufzunehmen. Staatliche Fördermittel spielen die wichtigste Rolle (48,8 %), besonders in der Frühphase von Start-ups – gefolgt von Business Angel Finanzierung (32,0 %).

Das Investmentklima bleibt angespannt. In Ergänzung zum Geschäftsklima wird im DSM auch die Einschätzung der Gründerinnen hinsichtlich der Investmentbereitschaft von Wagniskapitalgeberinnen und -gebern erfasst. Wie im Vorjahr bewertet mit 16,4 % nur ein sehr geringer Anteil die derzeitige Investmentbereitschaft von Business Angels und VCs in ihr Unternehmen positiv. Dagegen nehmen die Hälfte (50,7 %) die aktuelle Lage hier als schlecht wahr.

Profitabilität statt Wachstum

Im Vergleich zu den Vorjahren setzen Start-ups stärker auf Profitabilität anstatt auf schnelles Wachstum. Rund 78,8 % der Start-ups haben Profitabilität als zentrales Ziel. Dies zeigt sich vor allem im B2B-Sektor, wo der Umsatzanteil durch Geschäftskunden auf 74,7 % gestiegen ist. Viele Start-ups legen Wert auf nachhaltige Geschäftsmodelle, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.

Nachhaltigkeit

Fast die Hälfte der Start-ups (48,1 %) ordnen sich der Green Economy zu, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Nachhaltigkeit bleibt trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten ein Schlüsselfaktor für viele Start-ups, die innovative Lösungen in Bereichen wie erneuerbare Energien und Ressourcenschonung vorantreiben.

Internationalisierung

Fast 50 % der Start-ups planen, in den kommenden Jahren in den nordamerikanischen Markt zu expandieren, was den wachsenden internationalen Fokus zeigt. Auch der europäische Markt bleibt von großer Bedeutung.

Hier geht’s zum Deutschen Startup Monitor 2024.